Fabian Lenthe: Einer von euch oder einer von vielen

Ey, glotz mir nicht so auf den Wanzt, will ich sagen und tu es nicht. Früher wäre das nicht nötig gewesen aber wir werden ja alle älter, denke ich. Seit fünf Jahren werde ich älter und denke, ich werde einfach nur älter und denke und werde älter. Ich habe nie an Diäten geglaubt, nicht an Wunder aber gehofft hab ich immer.
Wenn jeder dritte ein Gewichtsproblem hat, ist es dann ein Problem oder Trend? Abgesehen von der spürbar schlechter werdenden Kondition und aneinander reibenden Oberschenkeln, gleicht der morgendliche Blick in den Spiegel, einem Biss auf die Zunge.

Würde ich anderen Trends so hinterher laufen, könnte ich vielleicht ein paar Kilos verlieren und trüge den Six-Pack nicht unterm Arm. Es gibt natürlich wichtigeres, aber wieso sich nicht über versteckten Zucker in Lebensmitteln und undiszipliniertem Fressverhalten ärgern, wenn man betrunken nach Hause kommt. Wenn es schmeckt, sagt man „Soul Food“. Essen für die Seele.
Vielleicht ist das der größte Trick von allen. Ich habe noch keine fette Seele gesehen. Nur fette Menschen und fette Tiere, die an Leinen von fetten Menschen hecheln. Am schlimmsten sind die Dehnungsstreifen um Bauch und Hüfte. Sie sehen einfach beschissen aus wenn man kein Kind zur Welt gebracht hat. Erst ziept und juckt es ein wenig, dann sieht man leicht rote Streifen, später dann Risse. Als hätte ein Tiger versucht einem den Bauch aufzureißen, weil man wie ein großes, schmackhaftes Schweinchen aussieht. Nach einiger Zeit werden sie weiß und man findet sich damit ab. Besser macht es das nicht.

Sie werden bleiben. So viele gute Gründe, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen oder endlich etwas dagegen zu tun, denke ich und werde älter. Die nächste Zeit keinen Alkohol, tägliche Bewegung und gesunde Ernährung. Die Zutaten kennt jeder aber es schmeckt immer zu stark nach Disziplin und Schweiß. Man fängt an zu würzen, nur ein bisschen, dann jeden Tag. Plötzlich schmeckt es besser und die Tüte Chips tut es auch. Natürlich die geriffelten, die mit extra Salz.

Aber damit, ist jetzt Schluss. Ich werde mich bessern, ich soll doch gefallen, wenn der erste Eindruck zählt. Soll doch auch wieder einer von euch sein. Das T-Shirt ausziehen, wenn es zu heiß ist und mich einfach in die Sonne legen, bevor ihr sagt, tu es doch einfach, uns stört es nicht.

Ein Gedanke zu „Fabian Lenthe: Einer von euch oder einer von vielen“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s